Antonia Mertsching Mitglied des Sächsischen Landtags

Biotop Holzberg vor der Verfüllung bewahren – Anhörung zeigt, dass schnell gehandelt werden muss

6. September 2022

Das Restloch des ehemaligen „Steinbruchs Holzberg“ bei Thallwitz hat sich ohne menschliches Zutun zu einem Hotspot der Natur- und Artenvielfalt mit zahlreichen streng geschützten Arten und gesetzlich geschützten Biotopen entwickelt. Zusammen mit dem angrenzenden „Köppelschen Berg“ bildet der ehemalige Steinbruch einen komplexen Lebensraum. Jetzt droht dessen Zerstörung, denn das Bauunternehmen KAFRIL will den Holzberg ganz oder teilweise mit Aushub, sogar mit Bauschutt verfüllen.

Die Linksfraktion fordert, dass der Holzberg bewahrt wird und öffentlich zugänglich bleibt. Der Wirtschaftsausschuss hörte heute Sachverständige zu diesem Antrag (Drucksache 7/10141). Antonia Mertsching, umweltpolitische Sprecherin, erklärt:

„Warum den Holzberg verfüllen, obwohl er sich renaturiert hat und die große Menge an weitgehend unbelastetem Material besser im Tagebau Vereinigtes Schleenhain aufgehoben wäre, um dessen Restloch klein zu halten? Riesige Wasserflächen bedeuten schließlich hohe Verdunstung. Es gibt keine Not, den Holzberg zu verfüllen, aber die Notwendigkeit, ihn zu erhalten! Inzwischen hat KAFRIL bekanntgegeben, dass die Planungen zur Verfüllung des Holzbergs wieder laufen. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht allein entscheidend sein, wenn es Alternativen gibt. Zur Rettung des Holzbergs bringen sich von der Bürgerinitiative über BUND bis Alpenverein, MIBRAG und Landrat alle Beteiligten konstruktiv ein – nur KAFRIL zeigt sich nicht lösungsorientiert.

Es muss schnell entschieden werden, ob die Holzbergregion unter Schutz gestellt wird. Einen entsprechenden Antrag hat der BUND Sachsen bereits im Mai an Umweltminister Wolfram Günther gestellt. Darin werden Möglichkeiten dargelegt, das Areal zu sichern und die einzigartige Lebensraumfülle zu erhalten. Die renommierte Rechtsanwältin und stellvertretende Vorsitzende des BUND Sachsen, Dr. Franziska Heß, hat heute im Wirtschaftsausschuss auf die Pflicht verwiesen, einen Abschlussbetriebsplan zu erstellen und eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen, weil großflächige geschützte und wertvolle Biotope massiv beeinträchtigt werden sollen. Diese Prüfung muss neben den naturschutzfachlichen Belangen auch die ebenfalls problembehafteten wasserrechtlichen Fragen klären.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Bereitstellung eines Ersatzstandortes für den Bodenaushub der Firma KAFRIL, den sie im Holzberg ablagern will. Die MIBRAG hat einen Ersatzstandort im Tagebau Vereinigtes Schleenhain vorgeschlagen. Das Areal des Holzbergs wollte indes die Leipziger Sektion des Deutschen Alpenvereins kaufen und einer sanften, nachhaltigen Nutzung zuführen. Fördermittel des Umweltministeriums für dieses Projekt waren bereits genehmigt. Leider lehnte KAFRIL beide Angebote ab und besteht weiter auf der Zerstörung des Holzbergs. Der Freistaat muss sich für den Erhalt des Holzbergs einsetzen!“

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